Papst Benedikt zum 85. Geburtstag - 16. April

16. 04. 2012

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Glück und Segen!

Das Römische Institut der Görres-Gesellschaft darf sich rühmen, seit dreißig Jahren Professor Dr. Joseph Ratzinger, seit dem 19. April 2005 Papst Benedikt XVI., zu seinen Mitgliedern zu zählen. Benedikt XVI. ist aufgrund seiner Veröffentlichungen und aufgrund seines einzigartigen Amtes der maßgebliche Lehrer und theologische Referenzpunkt der Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Auch das Römische Institut verdankt ihm viel. Der Heilige Vater schätzt die Wissenschaft wie kaum ein anderer. Im letzten Jahr durften wir durch eine Tagung zum Thema "Petrus in Rom" die Forschung in neue Bahnen lenken. Die beiden dazu erschienenen Bände (im Schnell und Steiner Verlag und im Herder-Verlag) hat der Hl. Vater dankbar entgegen genommen. Auch für dieses und das kommende Jahr haben wir noch einige Überraschungen parat, die unserer Stellung als unabhängigem Wissenschaftsinstitut im Schatten von Sankt Peter gerecht werden sollen. S.Heid

 

Meine persönlichen Aufzeichungen vom 19. April 2005:

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Dienstag seiner Papstwahl. Ich hatte das Romseminar am Angelicum. Es lag in der Luft, dass das Konklave, das erst am Montag zusammengetreten war, sehr schnell gehen würde. Deshalb habe ich fest mit dem Dienstag gerechnet. Das Seminar habe ich abgekürzt und bin mit den Studenten vom Angelicum zum Petersplatz geeilt, doch wir kamen zu spät. Gerade war schwarzer Rauch aufgestiegen. Sehr viele Menschen kommen bereits vom Petersplatz zurück. Um 17 Uhr gehe ich dann mit Matthias Ambros und Marius Linnenborn wieder auf den Platz. Ich sage etwa um 17.45 Uhr, wenn bis 18 Uhr nichts passiere, werde ich wieder heimgehen. Um 17.50 steigt weißer Rauch auf. Es muss weißer Rauch sein, denn es war der vierte Wahlgang; bei negativem Ausgang müsste der Rauch erst abends um 19 Uhr aufsteigen. Wir sind elektrisiert. Meine Beine sind schlotterweich. Der weiße Rauch steigt kontinuierlich auf, manchmal grau, aber nie schwarz. Jubel kommt auf. Der Petersplatz füllt sich rasant, bis hin zur Engelsburg stehen die Massen, etwa 100.000. Sie kommen aus allen Seitenstraßen. Dann bewegt sich die große Glocke. Riesiger, unbeschreiblicher Jubel. Jeder versucht verzweifelt zu telefonieren, aber alle Netze sind zusammengebrochen. Dann vergeht viel Zeit. Manchmal bewegt sich der Vorhang der zentralen Loggia des Petersdoms. Aber erst 18.40 Uhr kommt der Kardinaldiakon und verkündet das Gaudium Magnum. Riesenjubel. Habemus Papam. Riesenjubel. Als der Name „Iosephum“ ertönt, kennen die Menschen kein Halten mehr. Der ganze Petersplatz liegt sich in den Armen. Ambros und ich übrigens auch. Dann kommt Ratzinger auf die Loggia. Er macht alles richtig. Nach kürzester Zeit skandieren Tausende „Benedetto“. Es ist einfach unfasslich. Eine so schnelle Wahl, ein solcher Vertrauensbeweis für Ratzinger, eine solch spontane Freude der Menschen – das hat sicher niemand erwartet. S. Heid