Leseempfehlungen

Unter den Leseempfehlungen werden Bücher vorgestellt, die man tatsächlich lesen kann und deren Lektüre Gewinn bringt. Es handelt sich nicht notwendig um Neuerscheinungen. Vorschläge nehme ich gern entgegen. S.H.

Die Juden im besetzten Rom 1943/44

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23. 03. 2018

Prof. Dr. Andrea Riccardi, ausgewiesener Kenner der römischen Zeitgeschichte, hat nun auch auf Deutsch sein 2008 erschienenes grundlegendes Werk zur Geschichte der Juden im deutsch besetzten Rom herausgebracht: Der längste Winter. Die vergessene Geschichte der Juden im besetzten Rom (Theiss 2017). In diesem eindringlichen Buch werden auch wichtige Personen des Campo Santo Teutonico ausführlich behandelt, so der Rektor Hermann Maria Stoeckle, der Görres-Stipendiat Hubert Jedin und der irische Priester und Fluchthelfer Hugh O'Flaherty, die im Kolleg wohnten, die dort zeitweiseversteckte Eva-Maria Jung und die auf dem Friedhof begrabene Haushälterin Pius' XII. Sr. Pasqualina Lehnert. Inzwischen ist in dem vom Michael Matheus und Stefan Heid herausgegebenen Band Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke. Der Campo Santo Teutonico und der Vatikan 1933-1955 weiteres Material publiziert worden, darunter die Augenzeugenberichte von Sr. Emma Beverungen und von Eva-Maria Jung.

   

Neue Edition zum Konzil von Trient

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22. 03. 2018

Matteo Al Kalak hat in der bedeutenden Editionsreihe Corpus Catholicorum den Briefwechsel zwischen dem Bischof von Modena Egidio Foscarari und dem Konzilspräsidenten Kardinal Giovanni Morone während der Schlussphase des Trienter Konzils (1561-1563) herausgegeben (hier zum Buch). Der Briefwechsel ist hochinteressant, insofern beide Kirchenmänner einen versöhnlichen Kurs mit den Protestanten vertraten (deren Teilnahme am Konzil, Laienkelch), der freilich illusorisch war. Spannend ist auch die Auseinandersetzung darüber, ob die Residenzpflicht der Bischöfe göttlichen Rechts sei. Man stelle sich vor, das wäre vom Konzil so festgestellt worden! Dann wäre Schluss mit der Reiselust der Bischöfe, aber auch Schluss mit den zahlreichen von der römischen Kurie in Pflicht genommenen Bischöfen.

Die Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum e.V. ist eng mit der Görres-Gesellschaft verbunden.

   

Opulente Festschrift für Petar Vrankic

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21. 03. 2018

Zu seinem 70. Geburtstag bekam der emeritierte Professor für Kirchengeschichte in Augsburg - Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Kardinal Walter Brandmüller und als Pfarrer in Walleshausen - von Johannes Grohe, Gregor Wurst, Zvjezdan Strika und Hermann Fischer eine Festschrift zum Thema Begegnung der Kirche in Ost und West im Spiegel der synodalen Strukturen (2017) überreicht. Vrankic, in Bosnien-Herzegowina geboren, studierte in Split und in Rom. Seine breite Tätigkeit erklärt die lange, transnationale Liste der Gratulanten. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der südosteuropäischen Kirchengeschichte und Konziliengeschichte. Er ist Mitglied der Görres-Gesellschaft und Mitarbeiter der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung. Der Band vereint Beiträge unter anderem von Anton Ziegenaus, Peter Hofmann, Walter Brandmüller, Johannes Grohe, Ansgar Frenken, Peter Tusor, Adalbert Keller und Jörg Ernesti. Die Themen reichen von der Traditio Apostolica bis zum Zweiten Vatikanum. Der Band schließt mit der Publikationsliste und - nicht selbstverständlich - mit Personen- und Ortsregister.

   

Der faschistische Romanitas-Kult

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21. 03. 2018

Claudia Müller hat in der politikwissenschaftlichen Reihe der Görres-Gesellschaft eine bemerkenswerte Studie über Politische Religion und Katholizismus: Geltungsgeschichten im faschistischen Romanità-Kult (2017) veröffentlicht. Seit dem Marsch Mussolinis auf Rom 1922 wird Rom von den Schwarzröcken immer mehr vereinnahmt. Es ist nach der risorgimentalen Besetzung der Hauptstadt des Kirchenstaates der zweite Versuch, Rom dem christlich-päpstlichen Anspruch zu entwinden und mit einer neuen Ideologie politisch-religiös zu vereinnahmen. Der Duce Mussolini hat sich natürlich nicht auf den christlichen Kaiser Konstantin rückbezogen, sondern auf den Heiden Augustus.

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Ein Buch von Manfred Lütz mit viel Görres drin

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28. 02. 2018

Das neue Buch von Manfred Lütz "Der Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums" (Verlag Herder) will kirchengeschichtlich aufklären und eine populäre und gekürzte Wiederaufnahme des Buches Toleranz und Gewalt von Arnold Angenendt sein. Es wurde gegengelesen von Heinz Schilling, Christoph Markschies, Hubertus Drobner, Karl-Joseph Hummel und Bertam Stubenrauch. Die Görresianer Angenendt, Drobner und Hummel sind also die Schattenmänner für Mittelalter, Alte Kirche und Zeitgeschichte aus katholischer Sicht. Das Buch ist bei so viel fachgelehrter Absicherung nicht notwendigerweise frei von Fehlern, steht aber doch auf einem breiten Konsens. Bei allem sind die flinke Feder und der unabhängige Blick von Lütz unverkennbar, die das nicht allzu umfangreiche Buch bestens lesbar machen.

   

Der ruhende Pol im Sturm: Benedikt XVI.

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15. 02. 2018

Ein neues Buch von Paul Badde

Benedikt XVI. hat häufig von der Kirche im tosenden Strudel der Meere gesprochen, deren Schiff unterzugehen droht. Er selber erscheint da jetzt wie ein ruhender Pol. Der Welt-Korrespondent Paul Badde, Mitglied des RIGG, hat seine klugen und glänzend formulierten Zeitungsartikel aus dem Benedikt-Pontifikat in Buchform vorgelegt und damit eine Chronik geliefert, die immer noch und jetzt erst recht spannend ist, obwohl man ihr Ende kennt.

Paul Badde: Benedikt XVI. - Seine Papstjahre aus nächster Nähe (22,- Euro).

   

Martin Mosebach: Die schöne Gewohnheit zu leben

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05. 02. 2018

altMartin Mosebach, reisekundiger und beobachtungsreicher Büchner-Preisträger, hat eine glitzernde Kollektion italienischer Mosaiken zusammengestellt: Streifzüge durch Rom, Neapel, Pompeji, Venedig, Loreto am Morgen, bei Tag, am Abend und bei Nacht, klischeefrei oder das Klischee auf überraschende Weise auf den Kopf stellend, gewürzt mit Weisheiten wie: „Das Heute ist nichts anderes als der frischeste Ausdruck dessen, was immer da war“ oder „Wann immer Rom Visionen von der Zukunft formte, blickte es auf Gräber, und das heißt in die Vergangenheit“. Rundum lesenswert: Die schöne Gewohnheit zu leben.

Vom selben Autor: Häresie der Formlosigkeit.

   

Aktuelles Heft 2017, 1-2 der Römischen Quartalschrift erschienen!

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22. 09. 2017

Ab sofort ist das Doppelheft 2017, 1-2 der Römischen Quartalschrift erhältlich. Die einzige deutschsprachige Zeitschrift zu Themen der katholischen Kirchengeschichte und Christlichen Archäologie wird herausgegeben vom Priesterkolleg am Campo Santo Teutonico und dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. Sie ist das wissenschaftliche Flaggschiff des Römischen Instituts. Es ist zu hoffen, dass sich immer mehr Subskribenten für die Zeitschrift begeistern.

Das aktuelle Heft enthält 4 Beiträge zur Tagung "Der politische Aufstieg des Papsttums: Mobilisierung, Medien und die Macht der modernen Päpste", und zwar von Mariano Barbato, Olaf Blaschke, Massimiliano Valente und Frank Bösch. Darüber hinaus finden sich Beiträge von Carlo dell'Osso, Stefan Heid und Alessandro Bellino. Alle Beiträge können einzeln online erworben und eingesehen werden.

Hier Inhalt und Leseprobe.

Die RQ ist beim Verlag Herder als Papierausgabe, online-Ausgabe und App erhältlich.

   

Neuerscheinung: Herman H. Schwedt über die Römische Inquisition

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15. 07. 2017

64. Supplementband der "Römischen Quartalschrift"

Nachdem der unbestritten beste Kenner der Römischen Inquisition, Herman H. Schwedt, bereits 2013 den Band "Die Anfänge der Römischen Inquisition" (Supplementband 62 der RQ) vorgelegt hat, ist nunmehr der Folgeband "Die römische Inquisition. Kardinäle und Konsultoren 1601-1700" erschienen. Schwedt deckt damit das gesamte personelle Netzwerk dieser wichtigen Behörde auf und analysiert deren Arbeitsgänge. Beide Bände bilden fortan ein unverzichtbares Arbeitsmittel für jede Forschung über die römische Kurie. Der mit 704 Seiten stattliche Band ist im Verlag Herder erschienen. Er kostet 110,- Euro. Autoren der Römischen Quartalschrift erhalten Rabatt.

   

Aktuelles Heft 2016,3-4 der Römischen Quartalschrift erschienen!

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14. 06. 2017

altAb sofort ist das Doppelheft 2016, 3-4 der Römischen Quartalschrift erhältlich. Die Zeitschrift zu Themen der Kirchengeschichte und Christlichen Archäologie wird herausgegeben vom Priesterkolleg am Campo Santo Teutonico und dem Römischen Institut der Görres-Gesellschaft. Sie ist das wissenschaftliche Flaggschiff des Römischen Instituts. Es ist zu hoffen, dass sich immer mehr Subskribenten für die Zeitschrift begeistern.

Das aktuelle Heft enthält 5 weitere Beiträge zur Tagung "Rom bei Nacht", und zwar von Christine Walde, Anja Wolkenhauer, Jochen Althoff, Jutta Dresken-Weiland und Stefan Heid. Darüber hinaus finden sich Beiträge von Jan-Markus Kötter und Matthias Simperl.

Hier Inhalt und Leseprobe.

Die RQ ist beim Verlag Herder als Papierausgabe, App und bald auch online erhältlich.

   

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